HSP STEUER Babenhausen https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de Ihr Steuerberater aus Babenhausen für Qualität und Innovation Tue, 14 May 2019 09:09:09 +0000 de-DE hourly 1 Mit guter Strategieplanung auf die Erfolgsspur https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/05/12/mit-guter-strategieplanung-auf-die-erfolgsspur/ Sun, 12 May 2019 11:57:53 +0000

Strategieplanung und Sze­na­rio­ma­na­ge­ment sind auch für klei­ne Un­ter­neh­men wich­tig. Nur wer sich da­mit be­schäf­tigt, fin­det Ant­wor­ten auf neue Her­aus­for­derungen. Da­bei hel­fen ei­ne SWOT-Ana­ly­se, die auf­merk­sa­me Lek­tü­re vor­han­de­ner Stu­dien so­wie das Mit­wir­ken in Bran­chen­clustern.

Text: Frank Wiercks


Trump, Brexit, Digitalisierung – viele deutsche Unternehmen müssen derzeit einiges aushalten, Konzerne ebenso wie Mittelständler und Kleinbetriebe. Ein überraschend ins Amt gewählter US-Präsident sorgt mit erratischen Entscheidungen und Twitter-Kommentaren für wirtschaftliche Unsicherheit. Eine Volksabstimmung in einem EU-Mitgliedsstaat führt zu einer punktuellen politischen Lähmung der Europäischen Union. Eine technologische Revolution könnte solide Branchenführer in kürzester Zeit an den Rand einer Existenzkrise bringen. Und mittendrin kleine Unternehmen, die nach ihrem individuellen Weg zu mehr Planbarkeit und Stabilität suchen müssen, während um sie herum zunehmend Unsicherheit herrscht. Wann, wenn nicht jetzt, wäre der richtige Zeitpunkt, um neben dem sicher wichtigen operativen Geschäft auch Szenariomanagement und Strategieplanung ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen?

Strategie­pla­nung und Sze­na­rio­ma­na­ge­ment sind wichtig

Szenariomanagement und Strategieplanung sind nicht nur Themen für Großunternehmen. Kein Kleinbetrieb ließe sich allein mit Blick auf das Monatsende führen, weil da Rechnungen fällig sind. De facto tut der Firmenchef das auch nicht. Er kümmert sich um seine Finanzplanung, oft in enger Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Dabei geht es um Investitionen, Kredite, Eigenkapital, Liquidität oder Rentabilität. Er plant mit Blick auf anvisierte Umsätze die Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Er bezieht in seine Überlegungen ein, welches Personal er künftig braucht und welche Dienstleister ihm weiterhelfen könnten. Dafür lässt er Verträge vom Anwalt aufsetzen. Auch in kleinen Unternehmen gibt es also sehr wohl Planung. Sinnvoll wäre es, sie zu ergänzen um das, was bei den Großen als Strategieplanung und Szenariomanagement bezeichnet wird: Die strukturierte Beschäftigung mit der Frage, was die Zukunft bringen mag und wie das Unternehmen sich mittel- oder langfristig aufstellen sollte, um nicht unter die Räder absehbarer Veränderungen zu geraten.

Mit Stra­te­gie­pla­nung bes­ser auf Chaos-Brexit reagieren

Zugegeben: Bei Trump hätten Szenariomanagement und Strategieplanung wenig geholfen. Kaum vorstellbarer Wahlsieg plus ominöses politisches Programm, wie soll man sich darauf vorbereiten. Jetzt aber muss man sehen, dass Trump 2020 vier weitere Jahre bekommen könnte. Also sollten sich Unternehmer fragen, wie sich ihre Branche in Deutschland wie international verändert, falls etwa Autokonzerne im Einkauf der Maxime „America First“ folgen, um im US-Geschäft zu bleiben. Das wirkt sich über Zulieferer zu kleinen Herstellern aus und zu Dienstleistern aus anderen Branchen. Reinigungsaufträge etwa könnten wegfallen, wenn deutsche Werke weniger produzieren. Keinesfalls dürfen Unternehmer absehbare Veränderungen wie den Brexit ignorieren. Viele Firmenchefs fürchten den ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens, scheinen aber unvorbereitet. Als wäre ein Chaos-Brexit unvorstellbar gewesen. Tatsächlich haben Konzerne nach dem Referendum sofort Brexit-Klauseln vereinbart, um leichter aus Verträgen zu kommen, falls der Brexit ein Geschäft uninteressant macht. Das hätte in Absprache mit seinem Anwalt jeder Unternehmer versuchen können.

Infos aus vie­len Quel­len er­leich­tern die Str­ate­gie­planung

Noch wirkungsvoller wären Szenariomanagement und Strategieplanung bei grundlegenden technologischen Veränderungen wie der Digitalisierung. Auch und gerade für kleine und mittelgroße Betriebe, wie interessante Beispiele zeigen. Erster Schritt in diese Richtung könnte sein, sich einen soliden Überblick über die generelle Richtung der Veränderungen zu verschaffen, etwa mit Branchenreports von Beratern, Branchenverbänden, Forschungseinrichtungen oder in diesem Feld aktiven Konzernen. So gibt es etwa die Studie „Der digitale Status quo des Handwerks“. Es gibt den Leitfaden „Social Media für kleine und mittlere B2B-Unternehmen“. Es gibt eine Strategie der Bundesregierung zur Förderung von Entwicklung und Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI). Und es gibt branchenspezifische Cluster, in denen die Zukunft eines Wirtschaftsbereichs simuliert wird. Diese und viele weitere Informationsquellen können Unternehmer nutzen, um sich ein Bild über mögliche Entwicklungen zu machen – und daraus eine Strategie zur Positionierung des eigenen Unternehmens ableiten.

SWOT-Analyse ist ein gu­ter Ein­stieg in die Stra­te­gie­planung

Natürlich müssen kleine Unternehmen dieses Thema so angehen, dass die Zukunft zielgerichtet und entsprechend ihrer Positionierung im Markt simuliert und geplant wird. Das erfordert die richtigen Techniken und oft auch die Hilfe externer Spezialisten. Immer sinnvoll ist eine sogenannte SWOT-Analyse. Sie arbeitet Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken heraus, auf Neudeutsch Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats. Dazu dienen in der Regel Workshops mit Fachleuten, die so eine Veranstaltung moderieren und helfen, über den Tellerrand zu schauen. Die Erkenntnisse aus solchen Workshops zur möglichen Marktentwicklung liefern neue Einsichten und erleichtern das Formulieren einer tragfähigen Unternehmensstrategie. Weitere offene Diskussionen für einzelne Themenbereiche können dann helfen, Projekte in jenen Feldern zu starten, wo künftig strategischer agiert werden soll, etwa im Marketing.

Kleine Un­ter­neh­men fan­gen Im­pul­se von Kon­zer­nen auf

Natürlich ist Szenariomanagement und Strategieplanung eine Frage der Ressourcen. Große Unternehmen tun sich damit leichter, sie können weiter in die Zukunft blicken und ausgefeiltere Strategien entwerfen. Das macht sie bei ausgewählten Themen zum wertvollen Inputgeber für kleinere Betriebe. Die DATEV geht in der Konzeptstudie „#EXPEDITIONZUKUNFT“ etwa der Frage nach, wie Veränderungen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Technologie die Steuerberatung beeinflussen könnten. Wer sich schon heute damit beschäftigt, was mögliche Entwicklungen bei Plattformen, Ökosystemen, Automatisierung oder Datensicherheit in diesem Bereich für Unternehmen bedeuten könnten, wird nicht von der Zukunft überrascht. Zu wichtigen Themen Impulse von großen Vorreitern und Trendsettern aufzunehmen und so die eigene Zukunftsplanung auf eine sichere Basis zu stellen – das dürfte für kleine Unternehmen eine gute strategische Entscheidung sein.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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DER MONAT 05.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/05/02/der-monat-05-2019-ist-online/ Thu, 02 May 2019 16:00:40 +0000

DER MONAT ist der monatliche Newsdienst der HSP GRUPPE. Nach Veröffentlichung der Druckausgabe können Sie die aktuelle Ausgabe auch auf unserer Website online lesen.

In »DER MONAT« informieren wir unsere Mandanten monatlich über Neuigkeiten aus dem Steuerrecht.

DER MONAT 05.2019 lesen
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So hel­fen steuer­freie Ex­tras bei der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/04/18/so-helfen-steuerfreie-extras-bei-der-mitarbeitermotivation/ Thu, 18 Apr 2019 11:24:01 +0000

Mehr Lohn oder Ge­halt trägt viel zur Mit­ar­bei­ter­mo­tivation bei. Ärgerlich nur, dass net­to vom fi­nan­ziel­len Zu­wachs so wenig hängen bleibt. Eine Lö­sung da­für sind steu­er­freie Sachbezüge.

Text: Midia Nuri


Übersicht: Auswahl lohnsteuer- und sozialabgabenfreier Sachzuwendungen

Zuwendung Voraussetzung
Arbeitskleidung Es muss sich um typische Berufsbekleidung
handeln, wie z. B. Uniform, Kittel etc.
Aufmerksamkeiten aus persönlichem
Anlass
Der Wert darf pro Mitarbeiter 60 € nicht
übersteigen und es dürfen keine Geldleistungen
sein.
Auslagenersatz
Darlehen des Arbeitsgebers an Mitarbeiter marktübliche Verzinsung
Fortbildungsveranstaltungen betriebliche Fortbildung
Getränke, die Mitarbeiter bei der Arbeit
kostenfrei erhalten
Kindergartenplatz im Betriebskindergarten
oder Zuschuss zu den Kosten
Eine finanzielle Zuwendung wird zusätzlich
zum Arbeitsentgelt gezahlt, das Kind darf
noch nicht schulpflichtig sein.
betrieblicher PC in der Wohnung des Mitarbeiters
auch zur Privatnutzung
Personalrabatt Der Wert des Vorteils beträgt pro Mitarbeiter
und Jahr nicht mehr als 1.080 €.

Der Jahreswechsel ist für viele die richtige Zeit für eine Bilanz. Das gilt nicht nur für Unternehmer und nicht bloß steuerlich. Auch die Mitarbeiter denken darüber nach, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind – und dem gezahlten Entgelt. Unternehmer, die zum Jahresende keine Gelegenheit mehr für ein Mitarbeitergespräch hatten, sitzen in diesen Wochen vielleicht vermehrt Mitarbeitern gegenüber, um eine aus deren Sicht längst fällige Gehaltserhöhung zu besprechen. Das Problem: Die Belastung mit Steuern und Sozialabgaben frisst einiges von der Erhöhung auf. Interessant sind deshalb für beide Seiten steuer- und sozialabgabenfreie Gehaltsbestandteile – Naturalien also, sogenannte Sachbezüge. Was Unternehmer ihren Mitarbeitern steuer- und abgabenfrei dazutun, müssen sie aber zusätzlich zum Gehalt und zu anderen vereinbarten Leistun­gen zahlen. So dürfen Arbeitgeber beispielsweise nicht statt des vereinbarten Urlaubsgelds Einkaufsgutscheine ausgeben. Trotzdem lohnen sich Gehaltsextras für beide: Die Chance auf mehr Mitarbeitermotivation ist hoch – und mit einem Sachbezug günstiger erkauft als mit einer Gehaltserhöhung.

Geld ist bei der Mit­ar­bei­ter­mo­tivation die halbe Miete

Die gute Nachricht vor allem für die Inhaber kleinerer Unternehmen gleich zuerst: Es kommt offenbar gar nicht so entscheidend darauf an, den Mitarbeitern mehr zahlen zu können als die Konkurrenz. Für die Mitarbeitermotivation kann es sogar kontraproduktiv sein, wenn Angestellte quasi mit goldenen Handschellen ans Unternehmen gebunden sind. Wer mehr zahlt als in der Branche üblich, bei dem bleiben unzufriedene Mitarbeiter womöglich nur, weil sie sich bei den Alternativen auf dem Arbeitsmarkt finanziell einschränken müssten. Das ergab eine Studie der US-Personalberatung Aon Hewitt. Für die Mitarbeiterzufriedenheit zählt vor allem, dass es bei der Arbeit noch etwas zu lernen und zu entwickeln gibt, dass im Unternehmen Klarheit herrscht, wohin es konkret gehen soll und was dafür vom Mitarbeiter verlangt wird. Die Tätigkeit sollte Mitarbeitern einen Sinn vermitteln, und auch eine gewisse Work-Life-Balance gehört für ein gesundes Paket Mitarbeitermotivation dazu, stellt die Zeitschrift impulse fest.

Benefits für mehr Mit­ar­bei­ter­mo­tivation

Geld ist also nicht alles, hat aber auch für die Mitarbeitermotivation seinen Wert. Lohn und Gehalt müssen auskömmlich sein. Gewisse Extras sind da durchaus gern gesehen bei Jobsuchenden, das ergab eine Umfrage des Arbeitgebersuchportals kununu. Aus Sicht der anonym befragten Jobsuchenden hatten Benefits wie flexible Arbeitszeiten mit 51 Prozent den größten Reiz, gefolgt von der Möglichkeit, auch im Home-Office tätig zu sein (33 Prozent) sowie der Möglichkeit, den Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen (26 Prozent). Auch Sachbezüge stehen der Umfrage zufolge hoch im Kurs. Im Gespräch mit ihren Mitarbeitern sollten sich Unternehmer die diversen Möglichkeiten also ruhig mal genau anschauen. Die sind höchst vielfältig und bieten für so ziemlich jeden Bedarf und jede Vorliebe etwas.

Mehr net­to, mehr Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit: eine leichte Übung

Zunächst muss Unternehmern klar sein, was kein Extra ist, sondern als reguläres Arbeitsentgelt gilt – und damit zusätzlich gewährt steuer- und abgabenpflichtig wäre: nämlich alle Einnahmen des Mitarbeiters aus der Beschäftigung. Wie Arbeitgeber die Vergütung bezeichnen – ob als Entgelt, Lohn, Prämie, Bonus oder auch Gratifikation – ist dabei völlig unerheblich. Auf all diese letztlich finanziellen Leistungen muss der Arbeitgeber für den Mitarbeiter Steuern sowie Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherungsbeiträge abführen. Ebenso wenig ist für den Fiskus die Frage interessant, ob der Unternehmer den Lohn bar auszahlt oder überweist. Die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) regelt die Details. Kompliziert bleibt es trotz zunehmender Vereinheitlichung und diverser Vereinfachungen. So müssen Unternehmer zum Beispiel eigentlich steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit in der Unfallversicherung in jedem Fall als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt berücksichtigen. Es gibt einiges zu besprechen mit dem Steuerberater.

Extras bedeuten für Mitarbeitermotivation mehr als Geld allein

Das Problem beim Wunsch nach mehr Gehalt auf dem Mitarbeiterkonto: Ein simples Plus beim Bruttogehalt oder Lohn bringt Mitarbeitern oft deutlich weniger ein als erhofft. Nicht selten ist die Enttäuschung nach der ersten neuen Lohnabrechnung groß – und die Mitarbeitermotivation am Boden. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fressen gerade für etwas besser verdienende Mitarbeiter rasch mehr als die Hälfte vom Bruttolohnzuwachs auf.

Sach­zu­wen­dungen zäh­len voll für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Der Kniff bei den steuer- und abgabenfreien Sachzuwendungen zum Gehalt ist der: Bis zur jeweiligen Freigrenze wertet der Gesetzgeber sie quasi als Geschenk an den Mitarbeiter – und legt noch Steuer- und Abgabenfreiheit obendrauf. Der Fiskus macht dabei einen Unterschied zwischen sogenannten Sachbezügen und Aufmerksamkeiten aus besonderem Anlass.

  • Sachbezüge sind Zuwendungen ohne besonderen Anlass. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben sie, wenn sie monatlich die jeweilige Freigrenze – und vereinzelt auch den Freibetrag – nicht überschreiten. Auch Gutscheine sind möglich. Was Unternehmer ihren Mitarbeitern gewähren können, hängt allein von deren Bedarf und auch Vorliebe ab.
  • Aufmerksamkeiten kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern aus besonderem Anlass gewähren, wie etwa zum Geburtstag, zur Hochzeit oder auch zur Geburt eines Kindes. Solche Aufmerksamkeiten bleiben bis zu 60 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Fällt das Geschenk üppiger aus, kann der Arbeitgeber auch eine pauschale Lohnsteuer für den Mitarbeiter übernehmen. Damit ist die Abgabepflicht des Arbeitnehmers abgegolten. Hierzu weiß der Steuerberater Genaueres.

Vorsicht Frei­grenze – nur bis hier­hin reicht die Steuer­freiheit

Mit Blick auf die bei den Sachzuwendungen geltenden Freigrenzen müssen Unternehmer aufpassen. Übersteigt der Sachbezug den jeweils geltenden Wert, wird gleich der gesamte Betrag steuer- und abgabenpflichtig. Der gesamte Vorteil wäre damit futsch. Für die meisten Sachbezüge liegt die Freigrenze bei 44 Euro monatlich. Beim Freibetrag ist es dagegen nicht ganz so schlimm, wenn die Summe etwas höher ausfällt – dann würde nur der Mehrbetrag steuerpflichtig. Das gilt seit Kurzem beispielsweise für Mobilitätskosten wie etwa ein Jobticket und bei Betriebsfeiern für die Ausgaben pro Mitarbeiter – bis 110 Euro sind hier seit einiger Zeit über einen Freibetrag statt der vorherigen Freigrenze steuerfrei. Der Steuerberater verhilft hier zum Durchblick.­

Die Qual der Wahl für mehr Mit­ar­bei­ter­motivation

Zahlreiche gesetzlich mögliche Extras zum Gehalt sind für den Mitarbeiter lohnsteuer- und sozialabgabenfrei. Auch das Unternehmen zahlt für das Extra keine Arbeitgeberanteile an die Sozialversicherungsträger. Das gleiche Nettoergebnis für den Mitarbeiter kostet Unternehmer also weniger Geld. Als Klassiker unter den Sachbezügen gilt das Firmenfahrzeug. Es ist hierzulande sehr beliebt. Ebenfalls gut geeignet und beliebt sind als Gehaltsextra auch Smartphone, Tablet oder iPod.

Hilfe bei der Mobilität treibt die Mitarbeitermotivation an

Nicht zu vergessen Tankgutscheine. Die stehen bei den immer wieder langzeithohen Benzinpreisen ebenfalls hoch im Kurs. Auch für sie gilt – wie für zahlreiche andere Sachbezüge – als steuer- und abgabenfreie Obergrenze die Freigrenze von 44 Euro monatlich. Unternehmer schließen ein Nachzahlungsrisiko aus, wenn auf dem Gutschein steht „Treibstoff im Wert von bis zu 44 Euro“. So brauchen sie auch keine Treibstoffpreise zu beobachten und zu dokumentieren.

Auch den Pend­lern hilft Mit­arbei­ter­mo­ti­va­tion auf ihrem Weg

Auch den Pendlern können Unternehmer Zuschüsse zur An- und Abfahrt sowie auch zur Verpflegung gewähren – und das seit Beginn 2019 an steuerfrei. Das gilt für den Zuschuss oder die Übernahme von Kosten für

  • die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (etwa Forstgebiet) oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt (etwa Busdepot oder Fährhafen),
  • ein Jobticket
  • sowie auch für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr.

Seit Jahresbeginn 2019 fallen diese geldwerten Vorteile nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44 Euro – werden dafür aber auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Für Monteure oder Außendienstler noch interessant: Der Sachbezugswert für Unterkunft/Miete beträgt seit dem 1. Januar 2019 neu 231 Euro pro Monat. Das entspricht 7,70 Euro pro Tag, den der Arbeitgeber steuerlich als geldwerten Vorteil für einen Zuschuss ansetzen muss.

Kinder gut versorgt – Spaß mit der Mitarbeitermotivation

Tragen Unternehmer für ihre Mitarbeiter die Beiträge für eine Kindertagesstätte sowie auch für Krippenbetreuung oder eine Tagesmutter, fallen auf diesen Betrag keine Steuern und Sozialabgaben an – wie sonst auch natürlich nur, sofern sie die Summe zusätzlich zum Lohn oder Gehalt bezahlen. Worauf Unternehmer dabei achten müssen und welche Betreuungskosten das Finanzamt hierbei akzeptiert, weiß der Steuerberater. Auch für schulpflichtige Kinder bis 14 Jahre lohnt es sich, ihn mal anzusprechen. Auch für deren Betreuung kann der Arbeitgeber Kosten bis 600 Euro jährlich steuerfrei übernehmen, etwa für einen Babysitter bei ferienbedingten Engpässen.

Hilfe gegen Zip­per­lein stei­gert die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion

Unternehmer können ihren Mitarbeitern bis zu 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter lohnsteuer- und abgabenfrei für Gesundheitsausgaben auf Lohn oder Gehalt obendrauf geben – etwa als Zuschuss zu einer neuen Brille, den Kurs für Rücken- oder Sehschule, einen Nichtraucherkurs oder sonstige nach §§ 20 und 20a des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) als Präventionskurse anerkannte Angebote, wie etwa auch Qigong oder Yoga. Achtung: Für Kurkosten gilt die Steuerbegünstigung nicht – dieser Zuschuss wäre steuer- und abgabenpflichtig. Unternehmer sollten wegen der diversen Ausnahme- und Sonderregelungen ihre mit den Mitarbeitern getroffenen Vereinbarungen noch mal mit dem Steuerberater durchsprechen.

Un­terstüt­zung im Not­fall hilft auch der Mit­ar­bei­ter­mo­tivation

Gut zu wissen: Unternehmer dürfen Ihren Mitarbeitern bis zu 600 Euro im Kalenderjahr steuer- und sozialabgabenfrei als Unterstützung im Notfall zahlen. Voraussetzung für diese steuer- und abgabenfreie Unterstützung ist, dass es dafür eine konkrete Rechtfertigung gibt, wie etwa ein Krankheits-, Unglücks- oder Todesfall in der Familie, wenn der Mitarbeiter Opfer eines Vermögensverlustes etwa aufgrund von Diebstahl, Feuer oder Unwetter geworden ist, aufgrund einer Bürgschaft in Anspruch genommen wurde oder durch Probleme naher Angehöriger wirtschaftlich belastet ist. Hiernach sollten Unternehmer im Fall der Fälle ihren Steuerberater fragen.

Er­ho­lungs­bei­hil­fen geben Raum für Mit­ar­bei­ter­motivation

Ebenfalls wissenswert in diesem Zusammenhang: Erholungsbeihilfen sind lohnsteuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei. Das spart unter dem Strich also auch einiges. Schön für Gutverdiener: Die Erholungsbeihilfen werden pauschal mit 25 Prozent besteuert. Sie dürfen allerdings 156 Euro pro Mitarbeiter, 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro pro Kind nicht übersteigen.

Zuschüsse heben die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion nach Umzug

Unternehmer, die zu Jahresbeginn neue Mitarbeiter eingestellt haben, die für den neuen Job umziehen, können hierfür ebenfalls einige Kosten steuer- und abgabenfrei erstatten. Unternehmer sollten mit ihrem Steuerberater darüber sprechen, worauf sie achten müssen, um das Risiko für eine Nachzahlung zu senken, falls das Finanzamt einen beruflich bedingten Umzug des Mitarbeiters nicht anerkennt. Der Steuerberater hilft, das Risiko wirksam, transparent und rechtssicher auf den Mitarbeiter zu verlagern. Das dürfte die zusätzliche Motivation kaum mindern.

Diese Kosten kön­nen Un­ter­neh­mer für einen Umzug erstat­ten:

  • Beförderungsauslagen: Unternehmer können für Mitarbeiter notwendige Auslagen für den Transport der Möbel von der bisherigen zur neuen Wohnung übernehmen, wie zum Beispiel Speditionskosten und auch nachgewiesene Kosten für private Helfer.
  • Reisekosten: Auch die beim Umzug selbst entstandenen Reisekosten für den Mitarbeiter und seine Familie können Sie erstatten. Dazu gehören:Fahrtkosten, Mehraufwendungen für Verpflegung in Höhe der gesetzlichen Pauschbeträge, Übernachtungskosten.
  • Zusätzlich sind 2 Reisen einer Person oder eine Reise von 2 Personen zum Suchen/Besichtigen einer Wohnung erstattungsfähig (maximal 2 Reisen und 2 Aufenthaltstage).
  • Mietentschädigung: Hat der neue Mitarbeiter eine Wohnung oder ein Haus mit langen Kündigungsfristen angemietet, können Unternehmer ihm bis zu 6 Monate Miete für die alte Wohnung erstatten. Die Miete für die neue Wohnung können Sie ihm für maximal 3 Monate erstatten.
  • Sonstige Auslagen: Auch bei den zahllosen weiteren Kosten, die rund um einen Umzug anfallen, können Unternehmer ihren Mitarbeitern unter die Arme greifen, beispielsweise für Schönheitsreparaturen, den umzugsbedingten Abbau von Herd, Öfen, Lampen, Küche, Antennen etc.

Bei den Maklergebühren ist Vorsicht angebracht: Fallen sie für die Vermittlung der neuen (Miet-)Wohnung an, können Unternehmer sie erstatten – nicht jedoch, wenn sie für die Vermittlung eines Eigenheims in Rechnung gestellt werden. Vorsteuer können Unternehmer aus den Rechnungen für von ihnen übernommene Beträge dabei geltend machen. Auch weitere Kosten wie etwa für das Umschreiben der Papiere oder neue Elektrogeräte können Unternehmer ihren Mitarbeitern pauschal und lohnsteuerfrei abgelten. Dafür gelten diese Pauschalsätze:

  • 1.460 € für Verheiratete und
  • 730 € für Singles.
  • Für ledige Kinder und weitere Haushaltsangehörige erhöht sich der jeweilige Satz um 322 € pro Person.

Gut geklei­det steigt auch die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Wer Außendienstlern, Fahrern oder gleich der ganzen Belegschaft Firmenkleidung spendiert und ihnen so Kosten spart, kann dies ebenfalls steuerbegünstigt tun. Die Vorgaben sind je nach Branche gesetzlich und auch tariflich höchst unterschiedlich geregelt. Steuerlich einwandfrei als Betriebsausgaben werten die Finanzämter nur, was Uniform ist, Uniformcharakter hat oder als Sicherheits- oder Hygieneschutzkleidung dient. Die Finanzämter akzeptieren meistens auch Blaumann oder den weißen Kittel für das medizinische Personal. Doch bei auch privat nutzbarer Kleidung wird es schwierig – selbst mit Aufdruck. Manche Finanzämter lassen die Kosten solcher Bekleidung gelten, sofern Unternehmer oder Angestellte sie im Spezialwarenhandel für Berufsbekleidung erworben haben – aber beileibe nicht immer. Die Regelungen hierfür sind komplex und die Praxis der Finanzämter höchst unterschiedlich. Der Steuerberater weiß Rat.

Ein gefüll­ter Ma­gen hebt die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Auch an Essen und Trinken ist mit Blick auf Zuschüsse zum Gehalt gedacht. Auch die können die Mitarbeitermotivation beträchtlich anheben – ebenso wie eine gute Kantine. Den Wert der erhaltenen Sachbezüge müssen Sie für Ihre Mitarbeiter als geldwerten Vorteil steuerlich ansetzen – und zwar von 2019 an in Höhe der dafür neu festgelegten Sachbezugswerte. Diese hat der Gesetzgeber auch dieses Jahr wieder an die Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Der Sachbezugswert für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten beträgt seit dem 1. Januar 2019 251 Euro pro Monat (2018: 246 Euro monatlich). Das sind pro Tag

  • 1,77 Euro für Frühstück und
  • je 3,30 Euro für Mittagessen und Abendessen.

Auch hierüber sollten Unternehmer mit ihrem Steuerberater sprechen – um nicht mit voreiligen Kürzungen der Zuschüsse etwa für Snacks die Mitarbeitermotivation noch unnötig zu untergraben.

Minijobber pro­fi­tier­en ex­tra – gut für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Steuerfreie Extras in Form von Sachbezügen sind zwar für Gutverdiener dank des hohen Grenzsteuersatzes besonders attraktiv. Sie lohnen sich aber auch und gerade für Geringverdiener und Minijobber – schlicht, weil das steuerfreie Extra für sie wegen des niedrigen Gehalts prozentual schwerer wiegt. Für Minijobber gelten dieselben Regeln und Grenzwerte wie für Vollzeitkräfte – der Arbeitgeber kann ihnen so das Gehalt aufstocken, ohne den Minijobberstatus zu gefährden. Gerade für Unternehmer aus Branchen mit hohem Bedarf an Aushilfen wie beispielsweise der Gastronomie ist das interessant. Die steuerfreien Extras gefährden auch nicht den Minijobberstatus.

Für den Unternehmer ist diese vergleichsweise günstige Gehaltserhöhung bei Minijobbern wie auch Gutverdienern attraktiv: Die Kosten sind gering, sie sind als Betriebsausgabe ansetzbar und der Effekt auf die Mitarbeitermotivation ist groß.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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DER MONAT 04.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/04/01/der-monat-04-2019-ist-online/ Mon, 01 Apr 2019 16:00:24 +0000

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DER MONAT 03.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/03/04/der-monat-03-2019-ist-online/ Mon, 04 Mar 2019 08:00:23 +0000

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DAS QUARTAL 1.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/02/15/das-quartal-1-2019-ist-online/ Fri, 15 Feb 2019 16:00:50 +0000

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In unserer Zeitschrift »DAS QUARTAL – Magazin für Steuern, Recht, Wirtschaft und Finanzen« informieren wir unsere Mandanten und Geschäftspartner vier Mal im Jahr über die neusten Entwicklungen in den Feldern Steuern, Recht, Wirtschaft und Finanzen. Zudem geben wir im Rahmen von Fachartikeln ausführlich Einblick in verschiedenste Themen.

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DER MONAT 02.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/02/03/der-monat-02-2019-ist-online/ Sun, 03 Feb 2019 16:00:39 +0000

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So machen Sie Ihren Betrieb für Jugendliche interessant https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/01/16/so-machen-sie-ihren-betrieb-fuer-jugendliche-interessant/ Wed, 16 Jan 2019 17:00:53 +0000

Schüler erfahren zu wenig über Beruf und Wirtschaft, so eine verbreitete Kritik. Aber ohne Unternehmer geht das auch schlecht. Firmenchefs sollten in den Schulen über Betrieb und Branche informieren.

Text: Midia Nuri


Was fällt Ihnen als Erstes zum Thema Lehrer ein? Dass sie 13 Wochen Schulferien genießen, während Eltern von Schulkindern in akute Betreuungsschwierigkeiten geraten? Dass ihnen der Staat bei auskömmlichen Einkommen geregelte Arbeitszeiten bietet, von denen Unternehmer nur träumen können? Oder dass sich sehr gut qualifizierte Fachkräfte dafür engagieren, unsere Kinder – die nächste Generation auch in den Betrieben – in eine Spur zu bringen, die sie glücklich und im Idealfall auch erfolgreich heranwachsen lässt? Diese Leistung soll der Weltlehrertag honorieren, der jährlich auf den 5. Oktober fällt – und an dem die Lehrer übrigens nicht frei feiern, um hier einem beliebten Vorurteil entgegenzutreten.

Unternehmer müssen an Schulen um Nachwuchs werben

Der Weltlehrertag ist auch ein guter Zeitpunkt, um über mehr Unterstützung für Pädagogen und Bildungseinrichtungen durch Unternehmer nachzudenken. Denn deutsche Schulen mögen in internationalen Vergleichen wie der Pisa-Studie inzwischen wieder besser abschneiden – zu Themen rund um Wirtschaft und Betrieb wird aber immer noch zu wenig informiert. Dabei ist es im Interesse aller Firmenchefs, dass Schüler mehr Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und persönliche Chancen in bestimmten Betrieben oder Branchen entwickeln – schließlich sollen die jungen Leute die potenziellen Fachkräfte der Zukunft werden und für entsprechende Tätigkeiten begeistert werden. Das wiederum klappt am besten im Schulterschluss mit den Lehrern.

Enger Kontakt hilft bei der Suche nach Auszubildenden

Warum also als Unternehmer nicht öfter mal die umliegenden Schulen besuchen und dort um Nachwuchs werben? Auf dem Land ist die Schwelle hierfür sicher besonders niedrig – der Firmenchef selbst oder die Mitarbeiter haben über ihre Kinder oft regen Kontakt zu den Schulen. Man kennt sich. Aber auch in der Stadt sind viele Schulen über die Fördervereine oder engagierte Schulleitungen ins nachbarschaftliche Gesellschaftsleben eingebunden und interessiert an Unternehmern, die mal auf die jungen Leute zugehen. Die Themen Polizei und Feuerwehr stehen ohnehin in Kindergarten und Grundschule auf dem Programm. Warum also sollte nicht auch ein Handwerker, Anwalt oder Physiotherapeut in den weiterführenden Schulen über seine berufliche Praxis informieren? So mancher Unternehmer hat diese Art der Nachwuchsarbeit bereits vor Jahren für sich entdeckt – mit gutem Erfolg auch mit Blick auf die Versorgung mit geeigneten und motivierten Azubis, wie hier bereits zu lesen war.

Der Auftritt in der Schule ist eine Investition in die Zukunft

Natürlich ist das Zeitbudget eines Unternehmers begrenzt. Viele Handwerker vergeben derzeit Termine nur mittel- bis langfristig, da sie mit der Arbeit kaum nachkommen. Aber das liegt eben oft am Fachkräftemangel, manche Firmenchefs suchen seit Jahren händeringend nach Auszubildenden oder neuen Mitarbeitern. Genau deshalb könnte sich die in die schulische Nachwuchsarbeit investierte Zeit rechnen. Wo, wenn nicht an Schulen, können Unternehmer ihre Berufe für junge Menschen so leicht interessant machen? Dem Betrieb ein Gesicht geben, das die jungen Leute später im Ferienjob oder der Ausbildung gerne öfter sehen möchten? Der nächste Girl’s und Boy’s Day im April steht organisatorisch praktisch schon wieder vor der Tür. Und ja: Warum nicht auch in die Kita gehen? So können Unternehmer heute jene interessieren, die in zehn oder 15 Jahren potenzieller beruflicher Nachwuchs sind – oder schon jetzt deren ältere Geschwister, denen die Kinder brühwarm vom netten Besuch oder der interessanten Führung erzählen. Viele Schulen sind längst selbst aktiv und versuchen sich an dem, was in den vergangenen Jahren oft bemängelt wurde: Jugendliche auf das Wirtschaftsleben vorzubereiten, möglicherweise auch als Unternehmer. Eine entsprechende Initiative von IHK und Wirtschaftsjunioren Berlin für mehr Gründergeist an Schulen feiert gerade ihr zehnjähriges Bestehen. Viele gute Ansätze, an denen Sie sich ruhig beteiligen sollten.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG): So verhindern Sie, dass die Falle zuschnappt https://www.hsp-steuerberater-babenhausen.de/2019/01/09/arbeitnehmerueberlassungsgesetz-aueg-so-verhindern-sie-dass-die-falle-zuschnappt/ Wed, 09 Jan 2019 17:00:45 +0000

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) brachte 2017 neue Regeln für Überlassungshöchstdauer, Kettenverträge und Equal Pay. Die Beschäftigungsdauer könnte bald viele Probleme bereiten.

Text: Midia Nuri


Aus den Augen, aus dem Sinn: Vor eineinhalb Jahren trat die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) in Kraft. Zunächst heiß diskutiert, geriet mit der Zeit mancher damals nicht aktuelle Aspekt in Vergessenheit – schließlich müssen Firmenchefs sich tagtäglich mit vielen wichtigen Themen beschäftigen. Daher könnte jetzt ein böses Erwachen erleben, wer in seinem Betrieb auch Zeitarbeiter einsetzt. Denn das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sieht seit der Reform vor, dass Leiharbeiter höchstens 18 Monate im gleichen Betrieb beschäftigt werden dürfen – bleiben sie länger, werden sie zu festen Mitarbeitern jenes Unternehmens, in dem sie tätig sind. Wer Zeitarbeiter nun also bereits seit 18 Monaten bei sich im Betrieb hat und sie nicht in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernehmen will, hat ein Problem. Immerhin hat er laut Deutsche Handwerkszeitung noch die Option, den Mitarbeiter befristet anzustellen – im Extremfall für drei Monate und einen Tag, um ihn dann anschließend gegebenenfalls wieder vom Personaldienstleister zu entleihen. Wer über längere Zeiträume Zeitarbeiter bei sich beschäftigt, sollte am besten sehr bald den Anwalt kontaktieren und das weitere Vorgehen klären. Am besten, bevor sich die Bundesagentur für Arbeit von sich aus meldet – die die Zeitarbeitsunternehmen sowie die Einsätze der Leiharbeitnehmer kontrolliert.

AÜG ändert Regelungen zur Höchstdauer von Leiharbeit

Wer nicht bereits seit April 2017 Leiharbeiter in seinem Unternehmen beschäftigt, sondern kürzer, hat etwas mehr Zeit, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Aber auch auf diese Firmenchefs kommen Entscheidungen sowie einige notwendige Schritte zu. Denn die Höchstdauer für Leiharbeit von 18 Monaten am Stück ist nur eine der Neuerungen im reformierten AÜG. Wer Mitarbeiter länger als neun Monate am Stück von einem Personaldienstleister entleiht, muss etwa gemäß dem im Gesetz festgeschriebenen Prinzip „Equal Pay“ für Leiharbeiter das gleiche Entgelt zahlen wie für vergleichbare Stammbeschäftigte, die direkt im Unternehmen beschäftigt sind.

Ausnahmen bei der Überlassungshöchstdauer sind möglich

Natürlich ist jetzt zunächst nötig, nicht versehentlich eine wichtige Frist zu verpassen und so unabsichtlich die Belegschaft zu vergrößern. Alles Übrige war hier bereits mal zu lesen. Trotzdem ist es ratsam, mit dem Anwalt zu besprechen, wie sich die Neuerungen des AÜG sukzessive auf den Betrieb auswirken und was in welchem Fall am besten zu tun wäre. So sind mit Blick auf die Überlassungshöchstdauer eventuell Ausnahmen möglich – immer dann, wenn Tarifverträge einen anderen maximalen Zeitraum enthalten oder Abweichungen im Betrieb aufgrund von Tarifverträgen vereinbart werden können. Ob das der Fall ist, klärt der Anwalt. Es gibt auch die Möglichkeit, Probleme wegen illegaler Arbeitnehmerüberlassung, einem Scheinwerkvertrag oder der Überschreitung der Höchstüberlassungsdauer durch eine sogenannte Festhaltenserklärung zu umgehen. Sie besagt sinngemäß, dass der Arbeitnehmer nicht an einer Beschäftigung im Betrieb interessiert ist, sondern am Arbeitsverhältnis mit dem Personaldienstleister – was eine unbefristete Beschäftigung verhindern kann. Solche Sonderfälle solle aber stets ein Anwalt beurteilen.

Auch Equal-Pay-Prinzip mit dem Anwalt besprechen

Natürlich können Unternehmer einen Zeitarbeiter auch einfach befristet einstellen, wenn sie feststellen, dass sie ihn länger als vorgesehen im Unternehmen benötigen, aber nicht ganz unbefristet – sachgrundlose Befristungen sind ja möglich, wenn auch nur einmal, wie das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat. Der Verlängerung des Personalverleihs durch Kettenverträge schiebt das AÜG einen Riegel vor. Personalverleihern drohen bei Verstößen gegen die Vorgaben und den Informationspflichten ihren Kunden beziehungsweise Mitarbeitern gegenüber hohe Bußgelder und gewerberechtliche Verbote. Ansonsten ist das Arbeitnehmer­überlassungsgesetz zwar streng, lässt aber Grauzonen oder Randbereiche zur freieren Gestaltung, die der Anwalt kennt. So kann der Arbeitgeber etwa die Hürde des Equal-Pay-Prinzips aufweichen, indem er nicht nach neun Monaten auf einen Schlag das Gehalt aufstockt, sondern alternativ ab der sechsten Beschäftigungswoche einen wachsenden Branchenzuschlag zum Tariflohn in der Zeitarbeit zahlt. So lässt sich die Angleichung an das Gehalt regulärer Beschäftigter auf 15 Monate strecken. Und selbst zu dem Verbot, Leiharbeitnehmer als Streikbrecher einzusetzen, weiß der Anwalt sicherlich einiges rechtlich Wissenswerte zu sagen.

Unklarheit um erste Tätigkeitsstätte des Leiharbeitnehmers

Auch das Gespräch mit dem Steuerberater sollten Unternehmer mit Zeitarbeitern im Betrieb suchen – um etwa die Frage der ersten Tätigkeitsstätte des Leiharbeitnehmers zu klären. Das ist spätestens für die Abrechnung von Reisekosten ein wichtiges Detail. Das Finanzgericht Niedersachsen sagt, der Betrieb des Entleihers sei keine erste Tätigkeitsstätte des Leiharbeitnehmers. Es gab damit der Klage eines Beschäftigten statt, der statt der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und Einsatzort einen Werbungskostenabzug von 30 Cent pro gefahrenen Kilometer angesetzt hatte. Das Verfahren ist derzeit noch vor dem Bundesfinanzhof anhängig. (Az.: VI R 6/17)

Vorausschauende Personalplanung ist ein Muss

Wer erst plant, künftig – gegebenenfalls nach längerer Zeit mal wieder – Leiharbeiter in den Betrieb zu holen, muss wissen, dass Verträge zwischen Unternehmen nicht mehr risikolos als Werkverträge bezeichnet werden. Das Überlassen von Arbeitnehmern muss seit April vergangenen Jahres im Vertrag ausdrücklich so genannt werden. Wer einen Betriebsrat hat, muss ihn über den Einsatz von Leih- und Werkauftragnehmern unterrichten. Auch ist für Firmenchefs wissenswert, dass Zeitarbeitnehmer beim Berechnen der Schwellenwerte des Betriebsverfassungsgesetzes und der Unternehmensmitbestimmung zu berücksichtigen sind.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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